Pressemitteilung:
Wir freuen uns, dass eine inhaltliche Diskussion über das Ismaninger Wappen begonnen hat. Der offene Dialog sollte sich damit befassen, ob die Darstellung des „Freisinger Mohren“ diskriminierend wirken kann und welche Maßnahmen sich daraus ableiten. Uns, den Ismaninger Grünen, ist wichtig, dass die Diskussion unvoreingenommen, offen und tolerant geführt wird.
Ismaning sollte seiner Nachbargemeinde Unterföhring folgen, die sich für eine offene Debatte im Gemeinderat über ihren Kulturpreis „Unterföhringer Mohr“ entschieden hat. „Wir begrüßen es, dass Bürgermeister Dr. Greulich über Rassismus diskutieren will. Doch dabei müssen wir letztlich auch über unser Wappen sprechen. Das eine bedingt das andere“, mahnt Gemeinderätin Christina Risinger an.
Im Hinblick auf die derzeitige weltweite Diskussion über Alltagsrassismus, ausgehend von der Black-Lives-Matter-Bewegung, ist ein besonders sensibler Umgang mit diesem Thema notwendig. Alltagsrassismus kann es überall geben – in der Schule, in der Arbeitsstätte, bei der Wohnungssuche, aber auch in der Sprache und in Symbolen. „Ismaning ist eine weltoffene Gemeinde, dies wollen wir deutlich sagen. Unser Gemeindewappen darf keinen Angriffspunkt bieten. Daher müssen wir die „Mohren“-Darstellung historisch und in ihrer heutigen Wirkung genau analysieren, denn letztlich geht es darum, was sie bei Betrachtern auslöst. Es wäre ein Zeichen von wirklicher Weltoffenheit und gegenseitigem Respekt, wenn wir ergebnisoffen und vor allem auch mit Fachleuten und Betroffenen unser Wappen diskutieren “, stellt Gemeinderat Dr. Georg Everwand klar.
Wichtig ist, dass nicht die Parteien in Ismaning die Deutungshoheit für sich beanspruchen, ob die Darstellung des schwarzen Menschen im Ismaninger Wappen diskriminierend wirkt. Wir regen an, sich für den politischen Diskurs auch mit Betroffenen, Historiker*innen, Anti-Rassismus-Aktivist*innen und allen Ismaninger Gemeinderät*innen an einen Tisch zu setzen. Dies schließt eine wissenschaftlich fundierte Diskussion mit ein. Nach aktuellem Forschungsstand zum „Freisinger Mohren“ gibt es zahlreiche fundiertere Sichtweisen – die Interpretation, dass der „Freisinger Mohr“ eine Verehrung des Heiligen Mauritius darstelle und daher als Symbol für die Weltoffenheit Ismanings stehe, gilt unter Historikern als unwahrscheinlich.
Etwa zwanzig mögliche Theorien über die Herkunft des „Freisinger Mohren“ kennt die Wissenschaft. Darunter finden sich einige Interpretationen, die von Historiker*innen für viel wahrscheinlicher gehalten werden und rassistische Motive nicht vollkommen verneinen. Eine dieser Erklärungen geht davon aus, dass die Freisinger Bischöfe den „Mohren“ als Wappenbild auswählten, um mit der in dieser Zeit verbreiteten Vorstellung des wilden, animalischen schwarzen Menschen ihre Konkurrenten – die Wittelsbacher – einzuschüchtern.
Das Ismaninger Wappen gehört zu unserem Ort, ist Teil unserer Identität. Ismaning entschied sich 1929 für den „Freisinger Mohren“ in seinem Wappen. Also in einer Zeit, in der es womöglich keine differenzierte Diskussion zum „Freisinger Mohren“ gab. Allein aus unserer historischen Verantwortung heraus sollten wir dies nachholen. „Wir wollen ergebnisoffen in diese Diskussion gehen, auf die Befürworter und Kritiker des Wappens zugehen und zu einem gemeinsamen Ergebnis für alle Ismaninger*innen finden“, erklärt Gemeinderätin Irene Holler.
Bündnis 90/Die Grünen, Ortsverband Ismaning
Vorstand: Julia Zahnweh (Sprecherin), Dr. Oliver Baumann (Sprecher), Dr. Volker Bäumer, Stephanie Kreuzhage
www.gruene-ismaning.de
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